Werk Sandbachstraße

Im Jahre 1855 errichtete die Hannoversche Staatsbahn im Zuge des Streckenbaus Löhne – Osnabrück – Emden an der Sandbachstraße ein Betriebswerk für die Wartung ihrer Lokomotiven. Da die hannoverschen Loks mit Koks befeuert wurden, errichtete die Bahnverwaltung eine eigene Kokerei. Die Kohle hierfür wurde im Kreis Osnabrück abgebaut und per Pferdewagen nach Osnabrück transportiert. Neben den Anlagen zur Wartung von Lokomotiven wurde ebenfalls eine Werkstatt zur Ausbesserung von Güter- und Personenwagen gebaut. Insgesamt war das erste Bahnbetriebswerk in Osnabrück für die damaligen Verhältnisse recht groß angelegt, da Osnabrück der Mittelpunkt zwischen Emden und Hannover war.

Triebwagen der Baureihe 624 an der Sandbachstraße

Triebwagen der Baureihe 624 an der Sandbachstraße

Im Jahre 1878 erfolgte ein erhebliche Erweiterung der Werksanlagen am Hannoverschen Bahnhof. In diesem Zuge entstand auch ein Ringlokschuppen, um die in Ost-West-Richtung verkehrenden Lokomotiven abzustellen. Auch die Maschinen der Großherzoglich-Oldenburgischen Eisenbahn wurden hier behandelt.
Mit dem Bau des neuen Betriebswerkes im Fledder im Jahre 1913 endete die Lokomotivbeheimatung an der Sandbachstraße. Die Maschinen wurden an das Bw Rbf abgegeben und fortan von dort eingesetzt. Das Werk an der Sandbachstraße wurde anschließend nur noch wenige Jahre zur Ausbesserung von Güterwagen genutzt.
Inzwischen sind die Werksanlagen abgebaut und nur noch eine viergleisige Abstellgruppe erinnert an die Lage des ehemaligen Betriebswerks.

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