KBS 9208

Die Tecklenburger Nordbahn

Daten der Strecke

Bauzeit: 1901 – 1903
Streckenverlauf und Betriebsstellen:

  • Rheine
  • Altenrheine
  • Ostenwalde
  • Uffeln
  • Zumwalde
  • Recke
  • Metingen
  • Westerkappeln
  • Wersen
  • Osnabrück-Eversburg

Planung und Bau der Tecklenburger Nordbahn

Nachdem die Hannoverschen Westbahn zwischen Rheine und Osnabrück bereits 1856 eröffnet wurde, forderten die nördlich liegenden Gemeinden ebenfalls einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Jahre 1900 kam es mit Unterstützung des Staates Preußen zur Gründung der Kleinbahn „Piesberg-Rheine A.G.“. Zunächst wurde eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 1000 mm errichtet, die von Rheine-Stadtberg bis Osnabrück Eversburg durch das nördliche Tecklenburger Land über Uffeln, Zumwalde, Recke, Mettingen, Westerkappeln und Wersen weitestgehend parallel zu dem Abschnitt Osnabrück – Rheine der Hannoverschen Westbahn führte. Die 52,4 Kilometer lange Strecke wurde ab dem 01.06.1901 gebaut und dann ab 1903 in mehreren Abschnitten in Betrieb genommen. Die Eröffnung der kompletten Strecke fand am 10.05.1905 statt.

Frühe Entwicklung der Strecke

Die Tecklenburger Nordbahn brachte für die an die Bahn angeschlossenen Gemeinden einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Fahrzeit für die gesamte Strecke lag allerdings bei rund drei Stunden und bei einem Umstieg auf die Staatsbahn mussten die Reisenden längere Strecken zu Fuß zurücklegen. Im Güterverkehr mussten die beförderten Güter an den Endstationen aufwendig umgeladen werden. Wegen dieser erheblichen Betriebserschwernisse wurde der Beschluss gefasst, die Bahnstrecke auf Normalspurweite umzurüsten. Der Umbau auf die Normalspur von 1435mm erfolgte in den Jahren 1934 und 1935. Als Anschlussstellen dienten Rheine-Altenrheine und Osnabrück Eversburg, wo sie an die Strecke der Oldenburger Südbahn anschloss. Gleichzeitig fand die Umbenennung der Gesellschaft in „Tecklenburger Nordbahn AG“ statt. Endstation der Personenzüge waren von nun an der Osnabrücker Hauptbahnhof und ein Straßengleis in Rheine an der Ibbenbürener Straße, rund 800 m vom Reichsbahnhof Rheine entfernt. Die Fahrzeit für die gesamte Strecke betrug nun zwischen 1,5 und 2 Stunden.

Entwicklungen nach 1945

Während des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Fahrgastzahlen weiter an und erreichten ihren historischen Höchststand. Bis in die 1950er Jahre hinein verrichteten Dampflokomotiven ihren Dienst auf der Tecklenburger Nordbahn, dann fand die Umstellung von Dampf- auf Dieseltraktion statt. Der 1951 beschaffte Schienenbus war der erste Schienenbus in Nordrhein-Westfalen. Zeitweise fuhr die Bahn über ein Industrie-Anschlussgleis auch planmäßig bis zum DB-Bahnhof Rheine. Zusätzlich setzte die Eisenbahngesellschaft Buslinien in die umliegenden Gemeinden ein, um die Bedürfnisse der Fahrgäste zu befriedigen. Entsprechend fand 1960 eine Umbenennung in „Verkehrsbetriebe Kreis Tecklenburg“ statt.

Einstellung des Personenverkehrs

Mit der zunehmenden Verbreitung des Individualverkehrs sanken die Fahrgastzahlen bereits in den 1960er Jahren und es kam zur Einstellung des Personenverkehrs zwischen Osnabrück und Recke. Bereits am 28.05.1967 endete der Personenverkehr auch auf dem verbleibenden Streckenabschnitt bis nach Rheine. Im Jahre 1970 setzte eine Zentralisierung des Nahverkehrs ein und die „Verkehrsbetriebe Kreis Tecklenburg“ gingen in der „Regionalverkehr Münsterland GmbH“ auf. Seit 1980 gehört die Strecke zum Regionalverkehr Münsterland GmbH
Seit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Tecklenburger Nordbahn im Jahre 1967 dient sie ausschließlich zum Transport von Gütern. Das jährliche Transportaufkommen liegt bei rund 200.000 Tonnen. Für den Personenverkehr wurde 1999 eine Schnellbuslinie zwischen Recke und Osnabrück eingerichtet, die auch die historischen Gemeinden Mettingen und Westerkappeln entlang der Tecklenburger Nordbahn bedient.
Heute wird die Strecke außerdem noch von den Osnabrücker Dampflokfreunden befahren.

Zukunftsausblick

Aufgrund steigender Fahrgastzahlen auf der Schnellbuslinie zwischen Recke und Osnabrück werden seit 2003 immer wieder Forderungen laut, die Bahnstrecke für den Personenverkehr wieder zu eröffnen. Ein entsprechendes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass eine Reaktivierung empfehlenswert sei. Bei der vorgeschlagenen Bedienung der Strecke im 30-Minuten-Takt an Stelle der vorhandenen Schnellbuslinie werden rund 4600 bis 5000 Fahrgäste pro Tag erwartet.

2 Kommentare

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