KBS Verbindungskurven

Schematische Darstellung der Gleisanlagen in Osnabrück.

 

Die Anlage eines Turmbahnhofes macht es notwendig, Verbindungskurven zwischen den unterschiedlichen Bahnhofsebenen zu errichten. In Osnabrück sind heute noch einige Verbindungskurven zur flüssigen Betriebsabwicklung in Betrieb:
– Über das Gelände des Rangierbahnhofes verlaufen die Münsterkurve und die Bremer Kurve, die von der oberen Bahnhofsebene die Einfahrt in den Rangierbahnhof ermöglichen.
– die Schinkelkurve, Stahlwerkskurve und Löhner Kurve bieten die Möglichkeit von der unteren Ebene in den Bahnsteigbereich der oberen Bahnhofsebene einzufahren.
– Die Kluskurve stellt die kürzeste und damit die steilste Verbindung zwischen den beiden Bahnhofsebenen dar. Eine Nutzung dieser Kurve für Reiszüge ist nicht sinnvoll,da man die Kurve nicht vom Bahnsteig aus ohne Zurücksetzen aus befahren kann. Die Kluskurve dient daher in erster Linie Rangierfahrten im Bahnhof.

Vom Betriebshof Osnabrück kommend fährt die 140-412-8 zu einem weitern Einsatz. Die Aufnahme entstand im Sommer 2003, die Lok trägt noch die Aufschrift "DB Cargo".

Die 140-412-8 passiert das Ende der Kluskurve in Richtung Westen zu einem weitern Einsatz . Die Aufnahme entstand im Sommer 2003, die Lok trägt noch die Aufschrift „DB Cargo“.

Neben diesen heute noch in Betrieb befindlichen Verbindungskurven, die dem osnabrücker Hauptbahnhof die Gestalt eines Autobahnkreuzes verleihen, gab es früher noch Verbindungsbahnen, die ein Umfahren des Zentralbahnhofes ermöglichten und dabei an die verschiedenen Strecken angeschlossen waren.
Als die Eisenbahn noch in Staatshand war und kaum Konkurrenz durch andere Verkehrsträger hatte, wurden die Bahnanlagen oft für alle Eventualitäten ausgestattet. So wurde zum Beispiel während des zweiten Weltkrieges ein umfassendes System von Verbindungskurven errichtet, um im Fall des Falles das eigentliche Kreuzungsbauwerk des Hauptbahnhofes Osnabrück umfahren zu können. So konnte man den durchgehenden Transport kriegswichtiger Güter zwischen den großen Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet auch bei einer Zerstörung des Zentralbahnhofes gewährleisten.
In Nord-Süd-Richtung konnte der Knoten Osnabrück komplett umfahren werden. Abzweigend von der Strecke Bremen – Osnabrück, etwa in Höhe des Icker Weges, führte die Trasse durch die Ortsteile Dodesheide und Haste und schließlich am Piesberg vorbei zum Bahnhof Eversburg. Dort erfolgte die Anbindung an die Oldenburger Südbahn und die Tecklenburger Nordbahn. Über eine Verbindungskurve wurde die Hannoversche Westbahn bei Lotte angeschlossen. Eine weitere Verbindungsstrecke zweigte dann in Velpe von der Ost-West-Strecke ab und mündete schließlich bei Hasbergen auf die Strecke nach Münster. Diese Strecke wurde auf dem Damm der ehemaligen Perm-Bahn der Klöckner-Werke errichtet. Noch bis 1946 wurde diese Kurve von Reisezügen der Relation Münster – Hannover befahren. Im Jahre 1949 wurde die Kurve schließlich demontiert. Der Reiseverkehr zwischen Münster und Hannover wird heute über die Schinkelkurve und die Löhner Kurve geführt.

Am 27.12.2005 durchfuhr InterCity 2246 die Sichkelkurve auf seiner Fahrt von Berlin-Ostbahnhof nach Münster Hbf. Um 13:57 erreichte er Osnabrück Hbf.

Am 27.12.2005 durchfuhr InterCity 2246 die Sichkelkurve auf seiner Fahrt von Berlin-Ostbahnhof nach Münster Hbf. Um 13:57 erreichte er Osnabrück Hbf.

Inzwischen sind die Verbindungsbahnen alle abgebaut worden. Die Verbindungskurven des Hauptbahnhofes haben allerdings weiterhin Bestand. Im Rahmen der Reaktivierung des Haller Willems gab es  sogar Überlegungen, eine weitere Kurve zu bauen, die die Strecke von Brackwede, abzweigend von der Münsterkurve durch den ehemaligen Hauptgüterbahnhof mit dem unteren Bahnsteigbereich verbinden sollte. Für den Bau einer solchen Kurve währen allerdings größere Baumaßnahmen auf dem Gelände des Rangierbahnhofes nötig, so dass die Realisierung einer weiteren Kurve derzeit nicht abzusehen ist.

Stand 05.09.2009