KBS 392/394

Die Oldenburger Südbahn

Daten der Strecke

KBS 392 Oldenburg – Osnabrück-Eversburg
KBS 394 Delmenhorst – Hesepe
Bauzeit: 1870 – 1876
Streckenverlauf und Betriebsstellen (KBS 392):
62,7 Quakenbrück
76,7 Bersenbrück
82,2 Alfhausen
89,4 Hesepe
92,6 Bramsche
96,2 Achmer
97,4 Awanst Achmer Süd
102,1 Hp Halen
108,0 Osnabrück-Eversburg

Streckenverlauf und Betriebsstellen (KBS 394):
47,8 Vechta
55,9 Lohne (Oldenburg)
61,2 Hp Mühlen (Oldenburg)
64,2 Hp Steinfeld (Oldenburg)
68,6 Hp Holdorf (Oldenburg)
78,2 Neuenkirchen (Oldenburg)
82,4 Hp Rieste (Kreis Bersenbrück)
87,8 Hesepe

Planung und Bau der Strecke

Die Oldenburger Südbahn der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn (GOE) führte von Oldenburg nach Osnabrück und war die längste Strecke des Herzogtums. Überlegungen für den Bau einer Eisenbahnlinie im Bereich Quakenbrück, damals die südlichste Stadt des Herzogtums, gehen bis ins Jahr 1850 zurück. Es wurden Eisenbahn – Komitees und Vereine gegründet und viele Überlegungen über einen möglichen Trassenverlauf angestellt. Die damals Verantwortlichen im Großherzogtum waren, obwohl Oldenburg bereits an das Eisenbahnnetz über Bremen angeschlossen war, sehr stark an einer Nord Süd Verbindung interessiert und hofften, dass die « Paris – Hamburg » Bahn über die südlichen Landesteile gebaut wurde.
Doch im Jahre 1868 begann die Köln- Mindener Eisenbahn mit dem Bau der Paris- Hamburg Bahn über Osnabrück und Diepholz, das Großherzogliche Territorium wurde nicht einmal berührt.
Als Antwort hierauf beschloss der oldenburgische Landtag im Jahre 1870 den Bau der Oldenburgischen Südbahn bis Quakenbrück und ein Jahr später den Bau der Gesamtstreck bis Osnabrück.
Preußen verweigerte jedoch zunächst den Bau der Südbahn über sein Gebiet, da es eine Konkurrenz zu der gerade erst in Betrieb genommenen Paris- Hamburg Bahn fürchtete. Auch waren die Verantwortlichen nicht bereit, den Streckenabschnitt Quakenbrück – Osnabrück selber zu bauen. Erst 1873 gab die preußische Regierung ihre Zustimmung zum Weiterbau der « Südbahn » bis Osnabrück durch die GOE.

 

Am 18.06.2006 hat NWB 81361 den Bahnhof Wildeshausen erreicht und wartet die Kreuzung mit dem Gegenzug nach Osnabrück ab.

Am 18.06.2006 hat NWB 81361 nach Bremen den Bahnhof Wildeshausen an der KBS 394 erreicht und wartet die Kreuzung mit dem Gegenzug nach Osnabrück ab.

Im Frühjahr des selben Jahres wurde mit dem Bau der Strecke von Oldenburg aus begonnen und am 15. Oktober 1875 dem Betrieb auf dem Teilstück Oldenburg – Quakenbrück übergeben.
Noch in dem selben Jahr wurden die Arbeiten an der Südbahn in Richtung Osnabrück Fortgesetzt und am 30.06.1876 abgeschlossen. Einen Tag später wurde die Stecke zum ersten Mal in voller Länge von einer Lokomotive befahren. Am 15.11.1876 war die offizielle Streckeneröffnung. Die Reisezüge der GOE fuhren ab Eversburg rund 4 Kilometer auf den Gleisen der ehemaligen Westbahn und endeten am Hannoverschen Bahnhof, während die Güterzüge in Eversburg endeten. Das Großherzogtum Oldenburg war nun über Osnabrück mit Industriezentren an Rhein und Ruhr verbunden.
Obwohl die Strecke ab Quakenbrück über preußischen Gebiet verlief, gehörten Bahnanlagen sowie das gesamte Eisenbahnpersonal, einschließlich des Bahnhofs Osnabrück- Eversburg, zur GOE. Diese behielt bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1918 die Zuständigkeit hierfür. An ihre Stelle trat 1918 die Reichsbahndirektion Oldenburg, die nun für das Gebiet der ehemaligen GOE zuständig war.
Bis Anfang der vierziger Jahre hielten in Eversburg nur Züge von Oldenburg und Delmenhorst. Erst ab dieser Zeit hielten auch die Züge von und nach Rheine in Eversburg. Das Empfangsgebäude des eversburger Bahnhofs ist in seiner gemischten Stein- und Fachwerkbauweise eines der schönsten Bahngebäude im osnabrücker Raum.
Heute ist der Bahnhof Eversburg nicht mehr örtlich besetzt und es halten dort keine Reisezüge mehr. Die Weichen und Signale des Bahnhofes werden vom Zentralstellwerk in Osnabrück aus ferngestellt.
Im Jahre 1900 wurde nördlich von Bramsche noch eine weitere Bahnstrecke der GOE an das bestehende Streckennetz angeschlossen, sie führte von Delmenhorst bis Hesepe.
Der Ursprung dieser Eisenbahnstrecke liegt zwischen Lohne und Vechta, wo 1888 eine Bahnlinie in Betrieb genommen wurde.
Für das Amt Vechta war ein Anschluss an das bestehende Eisenbahnnetz äußerst wichtig, und es gelang 1894 nach längeren Verhandlungen mit der preußischen Regierung die Weiterführung der Strecke bis Hesepe zu erreichen.
Damit war ab dem 01.05.1900 auch Vechta über die Schiene mit dem Eisenbahnknoten Osnabrück verbunden.

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