Bahnhof Sutthausen

Der Osnabrücker Stadtteil Sutthausen, an der direkten Bahnstrecke Osnabrück – Bielefeld (KBS 402) gelegen,  erhielt erst im Jahr 1900 durch die Errichtung eines Haltepunktes seinen Eisenbahnanschluss.

Der neugestaltete Haltepunkt Osnabrück Sutthausen. Künstlerisch angeordnet befinden sich gegenüber des ehemaligen Bahnhofsgebäudes die Schienen des alten "Haller Willem".

Der neugestaltete Haltepunkt Osnabrück Sutthausen. Künstlerisch angeordnet befinden sich gegenüber des ehemaligen Bahnhofsgebäudes die Schienen des alten "Haller Willem".

In diesem Jahr wurde auch das bis auf den heutigen Tag erhaltene Stationsgebäude errichtet, welches bis 1951 dem Fahrkartenverkauf und der Stückgutabfertigung diente. Heute beherbergt es die Gaststätte „Am Sutthauser Bahnhof“.

Lange Zeit war die Eisenbahn für die Sutthauser Bürger die einzige öffentliche Reisemöglichkeit nach Osnabrück. Auch touristisch hatte dieser Haltepunkt durchaus seine Berechtigung, diente er doch als Startpunkt für Ausflugs- und Wandertouren in das südliche Osnabrücker Land. Die Anreise erfolgte bis Sutthausen mit dem Zug. Nach dem 2. Weltkrieg, seit Mitte der 50er Jahre nahm die Zahl der Bahnreisenden in Sutthausen stetig ab, da die Einrichtung des städtischen Busnetzes nun eine schnellere und zu dem viel häufigere Anbindung ins Osnabrücker Zentrum bot. Den sinkenden Fahrgastzahlen wurde dann auch durch Reduzierung des Zugangebotes Rechnung getragen. 1984, in dem letzten Betriebsjahr auf dem niedersächsischen Teilstück des Haller Willem, verkehrten an Werktagen noch ganze 9 Züge, von denen ledinglich noch zwei in Sutthausen hielten. An Samstage und Sonntagen fand keine Personenbeförderung mehr statt. Somit hielt der vorerst letzte reguläre Personenzug am 01.06.1984 in Sutthausen.

Der Haltpunkt Osnabrück Sutthausen im November 2000.

Der Haltpunkt Osnabrück Sutthausen im November 2000. Seit fast 10 Jahren ist hier kein Zug mehr gefahren.

Trotz der Einstellung des Personenverkehrs und des Güterverkehrs ab dem 01.06.1991 gab es in Osnabrück und im Landkreis starke Bestrebungen, die Strecke wieder zu reaktivieren. Mit der Bahnreform 1994 sowie, in deren Folge, der Regionalisierung des Nahverkehrs schien eine Wiederinbetriebnahme des niedersächsischen Teils der KBS 402 wieder möglich.

Am 18.06.2000 nutzte man die Gleisanlagen in  Stutthausen für ein Bahnhofsfest, um diese Bestrebungen zu untermauern. U.a. beteiligte sich die NordWestBahn mit einem LINT 41 Triebwagen und die Osnabrücker Dampflokfreunde mit ihrem Nostalgiezug, mit dem man auch vom Osnabrücker Hauptbahnhof anreisen konnte.

Noch im Jahr 2000 beschloss die nierdersächsische Landesregierung die Reaktivierung des Haller Willem. Die Baumaßnahmen hierzu begannen im Februar 2004 und wurden im Frühsommer 2005 abgeschlossen.

Seit dem 12.06.2005 wird Sutthausen im Stundentakt von der RB-Linie 75 „Haller Willem“ bedient, die die Oberzentren Osnabrück und Bielefeld miteinander verbindet. Eisenbahnverkehrsunternehmen ist die NordWestBahn, die hier moderne Talenttriebwagen einsetzt.

Die NWB 81610 kurz vor dem Haltepunkt Osnabrück Sutthausen am 29.12.2007.

Die NWB 81610 kurz vor dem Haltepunkt Osnabrück Sutthausen am 29.12.2007.

Das Gelände rund um den Bahnhof wurde unter künstlerischen Aspekten neu gestaltet. Statt der bisherigen zwei Bahnsteige (westlich der Hermann-Ehlers-Straße für Zugfahrten Richtung Osnabrück und östlich davon vor dem Bahnhofsgebäude für Zugfahrten nach Bielefeld) besteht jetzt ein moderner Bahnsteig  für die Zughalte beider Richtungen.

Der  Bahnhofsvorplatz ist Endpunkt der Stadtbuslinien 71 und 72, weitere Busverknüpfungen bestehen in Richtung Malbergen und Holzhausen.

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