Bahnhof Lüstringen

Als im Jahre 1855 die Hannoversche Westbahn bis Osnabrück dem Betrieb übergeben wurde, erhielt auch die Gemeinde Lüstringen einen eigenen Bahnhof. Er liegt östlich des Hauptbahnhofes an der Sandforter Straße. Wie alle kleinen Bahnhöfe hatte auch Lüstringen einen eigenen Bahnhofsvorsteher, der mit seiner Familie im Bahnhofsgebäude wohnte.
Eine Fahrkartenausgabe und ein mechanisches Stellwerk, von dem auch die Schranken an der Sandforter Straße geschlossen wurden, gehörten ebenso zum Bahnhof Lüstringen, wie eine Gastwirtschaft. Des Weiteren hatte natürlich auch Lüstringen eine eigene Güterabfertigung. Hier wurden insbesondere Rohstoffe und Waren der Firma Schoeller verladen, solange diese keinen eigenen Gleisanschluss hatte. Die Güter wurden mit Pferdewagen zur Fabrik geschafft. 1922 erhielt die Papiefabrik Schoeller schließlich einen eigenen Gleisanschluß, den sie mit ihrer Dampfspeicherlok bis in die 90er Jahre ausschließlich selbst bediente.

RegionalExpress 14015 wurde am 09.09.2004 von der BR 146 durch den Bahnhof Lüstringen gezogen.

RegionalExpress 14015 wurde am 09.09.2004 von der BR 146 durch den Bahnhof Lüstringen gezogen.

Die Deutsche Bundesbahn stellte die Wagen im Bahnhof Lüstringen bereit, hier wurden sie durch die Schoellerlok abgeholt und später wieder bereitgestellt. Heute haben Loks der DB Cargo AG einen Teil dieser Arbeiten übernommen. Den restlichen Teil wickelt Schoeller mit seiner Dampfspeicherlok nach wie vor in eigener Regie ab. Sie ist die letzte im Dienst befindliche Dampflok im Osnabrücker Raum. Neben diesem Gleisanschluß gab es im Bahnhofsbereich weitere drei zu den Firmen Nike, Röscher und Nilson im Gewerbegebiet Lüstringen, das sich hinter dem Bahnhof erstreckt.
Im Zuge der großen Umbau- und Modernisierungsarbeiten Anfang bis Mitte der 60er Jahre wurde das Stellwerk Lüstringen aufgelöst. Weichen und Signale werden seither vom Zentralstellwerk „Of“ ferngestellt. In dieser Zeit wurden auch die Grenzen des Haupbahnhofes deutlich erweitert, so dass Lüstringen nunmehr nur noch ein Bahnhofsteil des Hauptbahnhofes ist. Die ehemaligen Einfahrsignale des Lüstringer Bahnhofes sind nun die Einfahrsignale des Osnabrücker Hauptbahnhofes.
Lediglich an der Sandforter Straße wurde ein Schrankenwärterhäuschen gebaut, um von hier die Schranken zu schließen. Dieser Schrankenwärter wurde erst in den 80er Jahren durch eine technische Sicherungsanlage ersetzt.
Natürlich hielten in Lüstringen auch Personenzüge. Von hier bis zum Hauptbahnhof Osnabrück benötigten sie sechs Minuten. Die Zeiten in denen Reisezüge in Lüstringen hielten sind seit Anfang der 80er Jahre vorbei.
Mittlerweile ist das Bahnhofsgebäude verkauft, der Teil, im dem sich die Gaststätte befand ist bereits abgerissen. Auch die Bahnsteige existieren nicht mehr. Einzig ein großes Schild mit der Aufschrift „Lüstringen“ verkündet, dass hier einst Züge hielten.
Im Bahnhof Lüstringen zweigt auch bereits die Einfahrgruppe des Rangierbahnhofes Osnabrück ab.

Fotos rund um Lüstringen finden sich hier.

Ein Kommentar

  1. Pingback: osnabahn.de » Blog Archiv » Rund um Lüstringen

Schreibe einen Kommentar